Enata Foiler
Enata Marine · Hybrid-elektrisch · ultra luxury
Ab EUR 990'000
Enata Marine, beheimatet in den Vereinigten Arabischen Emiraten, baut mit dem Foiler das weltweit erste Motorboot, das serienmässig auf Tragflächen fährt – ein Rumpf komplett aus Karbon. Angetrieben wird es dieselelektrisch: Zwei Dieselmotoren mit je 300 PS speisen Generatoren, die ihrerseits zwei Elektromotoren an den Propellern versorgen. Rein elektrisch lässt sich das Boot lediglich zehn Minuten bei zehn Knoten bewegen – genug zum Manövrieren im Hafenbecken, aber damit trotz des geräuschlosen Foilens klar kein reines Elektroboot. Ab 17 Knoten hebt es auf die Foils, was den Treibstoffverbrauch um 20 bis 50 % reduziert; oberhalb von 18 Knoten soll die Wellenbildung laut Hersteller nur ein Drittel jener eines konventionellen Boots gleicher Grösse betragen. Im Hybridbetrieb bei 30 Knoten kommt der Foiler auf eine Reichweite von rund 130 Meilen beziehungsweise 113 Seemeilen. Der weltweite Vertrieb liegt exklusiv bei IYC.
Technische Daten
- Länge
- 9.75 m
- Personenzahl
- 8
- Motorleistung
- 448 kW
- Höchstgeschwindigkeit
- 40 Knoten
- Reichweite
- 113 nm
Antriebsvarianten
Motor-/Batteriedaten nicht veröffentlicht
- Motoren
- 2x
- Leistung
- 448 kW
- Höchstgeschwindigkeit
- 40 kn
- Reichweite
- 113 nm
- Preis
- EUR 990'000
Diesel-elektrischer Seriehybrid: Zwei 300-PS-Dieselmotoren (~224 kW je Motor, 448 kW gesamt) treiben Generatoren an; zwei Elektromotoren in torpedoförmigen Gehäusen treiben die Propeller an. Reiner Elektromodus: 10 Minuten bei 10 Knoten, für den Hafenbetrieb. Auf Vergleichsseiten NICHT als reines Elektroboot einordnen, trotz des Marketings zum geräuschlosen Foiling.
Was Käufer wissen sollten
Zuerst die Antriebslogik, dann die Kategorie
In den Verzeichnissen der Elektroboote taucht der Foiler auf – als solches sollte man ihn dennoch nicht erwerben. Die beiden 300-PS-Dieselmotoren treiben Generatoren an, welche die Elektromotoren versorgen; nach rund zehn Minuten bei zehn Knoten ist der rein elektrische Betrieb vorbei – eine Reserve fürs Manövrieren im Hafen, kein eigentlicher Fahrmodus. Auch die angegebenen 113 Seemeilen Reichweite basieren auf Diesel, nicht auf Strom. Wer nach Abgasfreiheit, tiefen Betriebskosten oder Treibstoffunabhängigkeit sucht, findet hier nicht, was er sucht.
Die eigentliche Zielgruppe
Gedacht ist der Foiler für Eigner von Superyachten und für Charterflotten, wie man sie in Monaco, Dubai oder ähnlichen Revieren antrifft – auf einem Schweizer See oder im Mittelmeer würde er als aussergewöhnliche Erscheinung auffallen. Als erstes serienmässig gebautes foilendes Motorboot, vollständig aus Karbon gefertigt, transportiert er acht Personen mit 40 Knoten über den Wellengang hinweg – eine Leistung, die kein herkömmlicher Tender bietet. Die Laufruhe und Stille während des Foilflugs bilden den eigentlichen Sinn der dieselelektrischen Bauweise, nicht ein ökologisches Argument.
Beim Preis von 990.000 € für die 9,75 Meter Länge bewegt sich der Foiler auf dem Niveau von Superyacht-Tendern und muss auch an diesem Massstab gemessen werden, nicht an gewöhnlichen Tagesbooten. Die technische Leistung ist unbestreitbar vorhanden – ebenso die Abhängigkeit, die damit einhergeht. Foilsystem, Aktuatoren und Steuerungssoftware sorgen dafür, dass der Unterhalt auf lange Sicht beim Hersteller verbleibt, und der Kreis möglicher Käufer für einen gebrauchten Neun-Meter-Foiler dürfte überschaubar bleiben. Wer kauft, sollte deshalb neben dem Anschaffungspreis auch den Support einkalkulieren – und vorab klären, welche Betreuung Enata im eigenen Fahrgebiet tatsächlich bieten kann.
Verfasst auf Grundlage der vom Hersteller veröffentlichten Daten und des Marktumfelds, nicht aufgrund eigener Probefahrten. Bestätigen Sie alle Angaben vor dem Kauf beim Hersteller.


